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Per Flugzeug ging es von Darwin nach Cairns. Kaum dort angekommen, brausten wir auch schon vorsichtig (Linksverkehr) in einem Apollo-Camper davon. Da er wie ein Wilder quietschte (Motor?, Keilriemen?, Reifen?), machten wir nach bloss 5-minütiger Fahrt linksumkehrt, fuhren zur Übernahmestelle zurück und tauschten das Chrüppeli in ein intaktes Chäreli ein. Danach konnte der zweite Teil unseres Australien-Abenteuers starten. Die Orte und Regionen, die wir im Norden von Queensland anpeilten waren Port Douglas, Mossman Gorge, Wonga Beach, Cape Tribulation, Cairns, Lake Morris, Cairns Highlands / Atherton Tablelands (Lake Eacham, Yungaburra, Innot Hot Springs, Ravenshoe, Millaa Millaa), Innisfail (Etty Bay), Mission Beach (Bingil Bay), Tully Heads, Wallaman Falls, Ingham und Townsville.

In Port Douglas zog es uns schnurstraks an den wunderschönen langezogenen Strand, wo wir verdutzt vor den viereckigen, gelben, unübersehbaren Marine-Stinger-Warntafeln (inkl. Essigflaschen für den Nofall) Halt machten. Mit anderen Worten darf bzw. sollte man im Meer an der Ostküste Australiens im Sommer, d.h. von November bis Mai, nicht schwimmen gehen :-(. So wagten wir uns vorest nicht ins kühle Nass und warteten geduldig zu, bis die Einheimischen bezüglich der Stingersaison Entwarnung gaben. Diese kam dann an der Wonga Beach, wobei die gute einheimische Frau vom Campingplatz in einem nicht zu überhörendem Nebensatz nachschob, dass Krokodile gesichtet worden seien und sie deshalb nicht ins tiefe kühle Blau abtauchen würde :-(. Tja, mit ausgiebigem Bädälä war dann eben nichts, was uns schon etwas wurmte, aber Australien hat ja noch viel mehr zu bieten als Strand und Meer. Am Cape Tribulation offenbarte uns bspw. der Regenwald anlässlich ausgedehnter und zum Teil auch ziemlich verregneter Wanderungen viele seiner Geheimnisse. So erklärte er uns unter anderem, dass ein kontinentaler tropischer Regenwald wie er nur sehr selten so direkt ans Meer bzw. an ein Riff angrenze, weil normalerweise seine grossen Mengen Frischwasser das Riff zerstören würden. Wir spulten darauf bewusster unsere Kilometer am Strand mit dem Great Barrier Reef zur linken und dem Regenwald zur rechten ab.

Anlässlich unserer Streifzüge durch Australien machten wir bisher reichlich Bekanntschaft mit allerlei Tieren. So erlebten wir hautnah den sagenhaften Cassowary (Helmkasuar), hüpfende Känguruhs und Wallebees, verspielte Delphine, Libellen in diversen Farben, gold-pink schimmernde Frösche, Schmetterlinge (allen voran den blau leuchtenden Ulyssee), Süsswasserschildkröten, grosse und kleine Schlangen, Vögel en masse (Kakadus, Sittiche, Adler, Kookaburras, Eisvögel), Dingos, Fledermäuse und Eidechsen überall. In Yungaburra am Peterson Creek lauerten wir leise und getarnt dem mega scheuen Platypus (Schnabeltier) auf und wurden für unsere Geduld belohnt. Wir fühlten uns schon ein bisschen privilegiert, so ein Schnabler in freier Wildbahn beobachten zu dürfen. Das gleiche Feeling verspührten wir, als uns ein, zwei, drei, vier, fünf fabelhafte Ulysse-Schmetterlinge quasi auf unserer Nase herumtanzten... unbeschreiblich!

Am meisten sind die Leute hier angetan von „ihrem“ Cassowary und schon bald packte auch uns das Cassowary-Fieber. Überall auf den Strassen weisen gelbe Vorsicht-Schilder auf seine Anwenheit hin, jeder Einheimische weiss eine Story über ihn zu berichten, er ist wie ein Mythos, omnipräsent und trotzdem bekommt man ihn äusserst selten zu Gesicht. Der Cassowary, etwas zwischen Emu und Vogelstrauss bzw. etwas wie ein Überbleibsel aus Dino-Zeiten, ist ein Vogel, der nicht fliegen und bis zu zwei Meter gross werden kann. Er streift durch den Regenwald und ist unendlich wichtig für dessen gedeihen. Der Cassy ist nämlich der Einzige im Regenwald, der fähig ist die grossen Regenwaldfrüchte (es sind über 70 an der Zahl) bzw. deren Samen, die ohne ihn unter dem Mutterbaum liegen bleiben würden, ganz zu schlucken und später die Samen unverdaut und irgendwo in riesigen Haufen auszukacken, was die Verteilung der Pflanzen und die Diversität des Regenwaldes aufrechterhält. Der Kerli ist aber auch unheimlich und potentiell gefährlich für den Mensch. Dazu ein Australier (den wir in Indien kennen lernten) von uns auf den Cassy angesprochen, spontan, kurz und trocken: „It will kill you!“ Das Problem ist eben, dass das unberechenbare Teil ziemlich nervös in der Gegend herumtrampelt, mit 50 Km/h durchstarten kann und ausserdem sind dessen dreizehigen Füsse mit bis zu 12 cm langen, rasiermesserscharfen, dolchartigen Krallen bestückt, mit denen er dich locker aufschlitzen könnte. So Gott will kreuzten gleich vier ausgewachsene Cassowaries und ein Baby-Cassy unsere bzw. wir ihre Wege. Gemäss den Locals dürfen wir darob „very very lucky“ sein und wir sind es auch, wenn auch mit etwas gemischten Gefühlen ;-)!

Ja und ausser ab und zu mal einem Cassy oder einem Ulyssee zu begegnen, fuhren wir in die Täler und Schluchten, um die gewaltigen Wasserfälle zu beäugen. Die Falls in Australien schienen uns vergleichbar mit den Tempeln in Indien. Es gab viele, grosse und kleine, breite und schmale, hohe und weniger hohe, laute und leise, wilde und ruhige, solche mit viel und solche mit wenig Wasser.... usw.! Besonders imponierten uns die Wallaman (bei Ingham) und die romantischen Ellinjaa (bei MillaaMillaa) Falls. Bei den Wallaman Falls fällt das Wasser 268 Meterin die Tiefe, mit anderen Worten ist er der höchste Wasserfall in Australien – ein Riesending – dementsprechend war beim Abstieg zum Pool und dem Aufstieg zum Lookout gute Kondition gefragt!! Weiternahmen wir ab und zu ein Natur-Spa-Bad, mit der Abkühlung im Meer wurde ab Juni dann doch etwas, gönnten uns heisse Bäder in 40 Grad warmen Hot Springs, verspeisten genuesslich ein zart knuspriges Mangrove Jack Fischli und monströse, 500-jährige Fig Trees bestaunten wir mit Ehrfurcht.


Mitten in der Nacht (so ca. 0400 Uhr) kamen wir in Darwin City an und wurden gleich von grölendem und besoffenem Partyvolk und einem Haufen Kotze auf dem Trottoir in „Empfang“ genommen. Sodann bezahlten wir in einer stinknormalen Backpacker-Unterkunft für ein winziges primitives Doppelzimmerohne eigenes WC und an der lärmigsten Strasse AU$ 82 (= ca. CHF80) pro Nacht, was uns schon etwas befremdete, zumal wir immer noch von unserem Gili-Bungalow mit eigenem Meeranstoss für ca. CHF 7 verzaubert waren. Kein Wunder also, dass wir uns schleunigst aus dem Staub machten und in die Natur des Northern Territorys flüchteten.

In einer abenteuerlichen 4WD Top End Safari besuchten wir drei Nationalparks (Litchfield, Kakadu und Katherine Gorge). Ja und hier lernten wir das Bilderbuch-Australien kennen. Unendlich schöne, abwechslungsreiche und weite Landschaften, wilde Tiere (Krokodile, kleine und grosse Spinnen, Frösche, Kängurus, Wallebees, Vögel in allen Farben, Grössen und Formen, Eidechsen, Fische), monströse Termitenbauten und x-tausend Jahre alte Aboriginal Rock Art offenbarten sich uns in ihrer ganzen Pracht. Verspielte Wasserfälleund entspannende Natur-Spas bzw. Hot-Springs luden uns zum erfrischenden Bädälä ein. Sodann zeigten uns Einheimische, wie und aus welchen Materialien sie ihre Körbe (Dilly Bag) flechten, wie sie Speere herstellen und mit welcher Technik sie sie werfen, wie sie dem Didgeridoo die tief vibrierenden Brumm-Brumm-Töne entlocken und liessen uns so an ihrem Leben teilhaben.  

Am meisten faszinierten uns die Mary River Wetlands, die wir per Boot auskundschafteten. Es dauerte nicht einmal fünf Minuten und schon standen wir Auge in Auge mit den so richtig echten, wild lebenden, drei Meter langen Krokodilen. Der Tourguide erklärte uns, dass dies Süsswasserkrokodile seien und sie locker ins Boot hineinkämen, es jedoch nicht tun würden, weil der Mensch nicht auf ihrem Speiseplan stehen würde (Glück gehabt ;-)). Die z.T. noch grösseren Salzwasserkrokos seien hingegen sehr gefährlich, worauf wir diese bloss aus sicherer Entfernung beäugten. Weiter entdeckten wir in diesem Billabong (dauerfeuchtes Gebiet) zwischen den weiss-rosa-violetten Lotuslilieneine ganze Jabiru Familie (Mutter mit den Kleinen im Nest, Vater auf der Jagd). Der Jabiru ist ein seltener Vogel, der aussieht wie ein grosser Storch mit schwarzem dicken Schnabel. Auch ein Weisskopfadler liess sich hier blicken. Die ganze Szenerie fand zudem knapp vor Sonnenuntergang statt, was sie in ein leicht rotes Licht tünkte....war schon ein ganz spezieller Moment!

Mit 4WD Action und einer 1-stündigen Kletterwanderung über Stock und Stein gelangten wir zu den spektakulären Jim Jim Falls im Kakadu National Park. Nun muss man sich folgendes vorstellen: Man relaxed auf einer schönen warmen Sandbank und guckt von da aus zum kraftvollen Wasserfall. Nun möchte man sich einmal im Leben von eiskalten, 170 Meter in die Tiefe stürzenden Riesenwassertropfen, berieseln lassen. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass man vorher noch „rasch“ ca. 100 Meter schwimmen muss und zwar durch einen Pool, der gefüllt ist mit dunklem kaltem blubberdem Wasser und du weisst nicht genau, ob die Rancher wirklich alle Krokodile aufgespürt haben oder ob nicht doch irgendwo ein klitzekleines Salzwasserkrokodil lauert! Wir entschieden uns für das ultimative Erlebnis und vertrauten auf die Rancher ;-). Unser Effort wurde belohnt mit einem Känguru-Steak und Buffalo-Würstchen BBQ und Freiluft-Übernachtung im Aussie-Swag (ein Einzelschlafsackzelt) nahe des Gunlom Falls....Abenteuer pur eben!!


Von Cemoro Lawang fuhr uns ein Minibus in einem Schnurz (12 Stunden) nach Denpasar, wo wir um Mitternacht ankamen und das erste Mal auf unserer Reise Schwierigkeiten hatten eine Unterkunft zu finden. Glückllicherweise gabelte uns eine extrem liebenswerte, 45-jährige Frau auf, die wir nach zwei Tagen fest in unser Herz schlossen.

Nach gründlichem Studium des Lonely Planets, etlichen Gesprächen mit Locals und anderen Travellern und eigenen Erfahrungen an Balis Ostküste in Padangbai war für uns klar, dass wir uns nicht allzulange in Bali aufhalten würden (zu touristisch). So stachen wir mir nichts dir nichts mit einem Seeräuber- / Party-Boot in die See und schaukelten, begleitet von verspielten Delfinen, von Bali weg, direkt nach Gili Meno (Lombok). Diese kleine Insel (auch Honeymoon-Insel genannt) gehört zu einer Gruppe von drei Inseln (Gili Trawangan und Gili Air), wo wir direkt am Strand abgeladen (kein Hafen bzw. Steg, nasse Füsse garantiert), mit Pferd und Kutsche (auf den Gilis werden keine Motofahrzeuge geduldet) abgeholt und zu unserem A-frame-Bungalow mit Openair-Bathroom chauffiert wurden. Ja und hier fanden wir das Neil-Island-Feeling wieder... ein Paradies auf Erden! Kristallklares blau-grünes Meer, traumhafte Sonnenunter(auf)gänge, Korallenriff vor der Haustüre (Schnorchelmekka), weisser Sandstrand, frischer Fisch (v.a. Snapper) und ein kühles Bier oder frischer Fruchtsaft zum Z'nacht, freistehendes Bambusstrandhäuschen mit Meeranstoss, romantischer Sternenhimmel... ein Traum, unbeschreiblich!

Und dann kam da DER Tag, der 25.4.09, an dem Sandra, von Thomy's Überredungskünsten dazu „verführt“, zwar mit gemischten Gefühlen aber tapferden Taucheranzug mit allem drum und dran montierte und vor Gili Meno, nach einem kurzen Einführungstauchgang, in die dunkelblauen Tiefen (11 Meter) der Bali Sea abtauchte. Sandra's Angst löste sich spätestens dann gänzlich im weiten Meer auf, als uns unser Dive-Instructor zeigte, wie man sich unter Wasser mit den so zutraulichen Clownfischen „unterhält“ und uns auf die majestätischen Turtels aufmerksam machte. Danach brachten Sandra weder die sonst von ihr so gefürchteten Moränen noch der getarnte Feuerfisch aus der gewonnenen Ruhe und sie tauchte erst wieder (und zwar mit einem riesen Smile und überglücklich) auf, als die in der Gasflasche mitgebrachte Luft gänzlich in Bubbels umgewandelt und verschnauft war. Ja, das war ein Erlebnis! 

Irgendwann ging es zurück nach Bali, nämlich via Sengiggi, Padangbai und Ubud nach Kota. Hier wimmelte es nur so von Touristen und Kota scheint Surfers Paradise zu sein. Wir genossen v.a. die mächtig-prächtigen Wellen und den langgezogenen breiten Sandstrand und trafen die letzten Vorkehrungen für die Einreise nach Australien (AUS-$-Wechsel, Hostel in Darwin und so). Indonesien tat uns sehr gut und wir werden bestimmt zurückkommen.

GOODBYE INDONESIA!


Von Chennai flogen wir mit der Thai Airways via Bangkok gegen Osten nach Jakarta. Die Thai-Flieger sind grandios – top ausgerüstet, hyperfreundliches Personal, Gipfeli zum Zmorgä, Beinfreiheit wie in der Business-Class... ein Traum! Unsere Tour auf Java führte uns, ausgehend von Jakarta, nach Yogyakarta und via Surabaya nach Cemoro Lawang.

Etliche Leute beschrieben uns Jakarta als ein gefährliches und dreckiges „Loch“, das wir nach unserer Ankunft baldmöglichst verlassen sollten. Verglichen mit indischen Städten ist Jakarta jedoch himmlisch!! Wir kamen etwas ausserhalb von der City (Cilandak) in einem hübschen B&B unter, liessen uns da von der „Mama“ nach Strich und Faden verwöhnen, konnten endlich wieder einmal einen RINDS- (nicht Veg- oder Chicken-) Big Mac verdrücken (large Meal 35000 Rupia = ca. 4 CHF) und wir schlenderten in blitzblanken, unglaublich grossen Malls herum ohne dauernd von irgend jemandem angestarrt oder angequatscht zu werden. Sodann suchten wir das Taman Mini (Indonesienminiature) auf, wo in einer grünen, parkartigen Anlage Indonesiens zahlreiche Regionen bzw. deren traditonellen Eigenheiten bezüglich Architektur, Pflanzen, Bräuche und Essspezialitäten vorgestellt werden.

In einem hässlichen Nachtzug (keine Liegen, Rauch, Lärm, Gestank, Hitze, Hühner in Körben, auf Zeitungen im Gang liegende Schwarzfahrer -> das nennt sich übrigens Business-Class) fuhren wir in 10 Stunden nach Yogyakarta (Freinacht für Thomy). Hier war es uuuuu friedlich, die Einheimischen hilfsbereit, freundlich und offen, Sandra's Haarschnitt kostete grad mal 70000 Rupia und Thomy berappte für eine 40-minütige Gesichtsmassage mit allem drum und dran läppische 30000 Rupia... ein schönes Plätzchen! Da die Regensaison noch nicht ganz vorbei war, wurden wir ab und zu nachmittags von ausgiebigen Regenfällen erfrischt. Und auch in Indonesien gibt es grossartige Tempel zu bewundern. So erklommen wir die naheliegende kolossale Pyramide namens Borobudur. Dies ist eineder grössten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens, die aus mehr als zwei Millionen losen Steinblöcken besteht und um ca. 800 n.Chr. erbaut wurde. Es war erdrückend heiss und wir schwitzten wie verrückt, dafür durften wir, unter gleichzeitigem anfassen der Füsse (gilt für die Frauen) bzw. Finger (gilt für die Männer) einer Buddhastatue, dies und das wünschen. Später liessen wir uns zu einem Besuch einer kleinen Silberfabrik überreden, der sich widererwarten als spannend und lohnenswert entpuppte (wen wunderts, Sandra deckte sich hier promt mit herzigem Silber- bzw. Bling-Bling-Schmuck ein). Die markante Gestalt vom Gunung Merapi (aktiver Vulkan nahe Yogya) blieb uns leider verwehrt, weil er von früh bis spät von dicken Wolken umhüllt war. Die Hindu-Tempel von Prambanan, die auch so um ca. 800 n.Chr. erbaut wurden, waren zwar schön anzuschauen, beeindruckten uns aber nicht so sehr, was nach drei Monaten Indien-Tempel auch nicht erstaunlich ist.

Der Gunung Merapi machte uns „gluschtig“ nach mehr Vulkan , weshalb wir uns kurzerhand mit Zug (dieses mal die angenehmere Excekutiv-Class) und Bus nach Cemoro Lawang transportieren liessen, wo der märchenhafte Gunung Bromo (2392 m.ü.M.) nur einen Steinwurf entfernt liegt. Bromo und zwei weitere Vulkane (Gunung Kursi und Gunung Batok) erheben und befinden sich allesamt im Tengger-Krater, der einen Durchmesser von ca. 5 km hat. Unsere Vulkan-Expedition startete um 4 Uhr morgens, als uns ein Jeep abholte und uns mit Ach und Krach zu einem Aussichtspunkt karrte, wo wir vor und während dem Sonnenaufgang eine atemberaubende Aussicht auf den Gunung Bromo und andere Vulkane genossen. Es war da oben ziemlich kalt, so dass sich Sandra sogar noch rasch eine Wollmütze zulegen musste. Anschliessend kraxelten wir den Bromo-Vulkan hinauf bis wir von dessen Kraterlippen aus all das beobachten und riechen konnten, was so ein Vulkan aus seinem „Schlund“ ausspuckt.


Nach einigen erholsamen Tagen in Goa am Meer, wagten wir uns wieder in Indiens Stadt-Getümmel vorzudringen. So fuhren wir mit einem Nachtzug von Goa nach Bangalore (bzw. „neu“ Bengaluru). Diese Stadt überraschte uns positiv. Weil sie 920 m.ü.M. liegt, war es nicht so heiss und sie verleitete uns zu ausgiebigen Shoppingtouren an der Mahatma Gandhi (MG) Road. Ausserdem schien die Polizei mehr present zu sein, was insb. den sonst so hektischen Verkehr beruhigte. Uns erstaunten vor allem auch die zum Teil ACHT Meter breiten Trottoirs auf BEIDEN Strassenseiten, auf denen wir gemütlich unsere Wege gehen konnten. Vielleicht veranlassten die Verantwortlichen ja Bangalores Ruf als Wissenschafts- und Technologiezentrum (insb. in den Bereichen Software, Elektronik und Outsourcing-Prozessen) für mehr Ruhe und Ordnung zu sorgen. Auch ist Bangalore die erste Stadt Indiens, die 1905 vom elektrischen Licht erleuchtet wurde.

Wenn man schon mal in Bangalore ist, dann muss man auch Mysore gesehen haben. Hier widmeten wir unsere Aufmerksamkeit wieder mehr kulturellen Aspekten. Zuerst zog es uns in den fantatischen Mysore- bzw. Maharaja's Palace (Eintritt Inder 20 Rs, Ausländer 200 Rs), wo wir uns mit einem (im Preis inbegriffenen) Audio-Guide ausstatteten und uns anschliessend für zwei Stunden in die Historie Mysores entführen liessen. Speziell an diesem Palast ist, dass er nach wie vor von der Königsfamilie (Nachfolger der Wodeyar-Maharadschas) bewohnt wird und er jeweils samstags von 1900 bis 1930 Uhr von 96000 Glühbirnen beleuchtet wird. Dieses Spektakel, das auch viele Locals und indische Touristen anzieht, darf man keinesfalls verpassen! Aber auch der farbennfrohe Markt mit seinen lauthals produkteanpreisenden Verkäufern zog uns an und wir liessen uns zeigen, wie Räucherstäbchen hergestellt werden. Dies ist ein Frauenbusiness. Eine einzige Frau produziert täglich mit geschickter Hand bis zu 7000 dieser Stäbchen! Vom öffentlichen Bus liessen wir uns auf den Gipfel des Chamundi Hill (1062 m) chauffieren, wo der siebenstöckige, 40 m hohe Sri-Chamundeswari-Tempel thront und auf Mysore herab blickt. Wir waren etwas enttäuscht, dass man die 40 m nicht erklimmen durfte. Dafür schauten wir gespannt, wie die Pilgerer beteten und Kokusnüsse mit voller Wucht in einen steinernen Trog schleuderten, so dass diese in x-Fetzen zerflädderten und dieses Ritual immer und immer wieder wiederholten. Den Abstieg (1000 Treppen) meisterten wir zu Fuss und begegneten unterwegs einem 5 m hohen, rabenschwarzen, monolithischen Nandi (Shivas Reitbulle) von 1659.

Mysore ist ja berühmt für sein Sandelholz und seine Seide, weshalb wir kurzerhand der Governement Silk Factory in Mysore einen Besuch abstatteten. Das war noch recht lustig und interessant, zumal man lediglich am Eingang der Fabrik seinen Namen hinterlassen musste und danach auf eigene Faust das ganze Fabrikgelände erkunden durfte. So durchquerten wir riesige Hallen mit lauten Maschinen, schauten den Webern über die Schultern und liessen uns von ihnen einiges erklären. Weiter liessen wir uns einen kleinen Familienbetrieb zeigen, wo pro Tag bis zu 2000 Beedies gerollt werden. Beedies sind so kleine Zigaretten, wobei die „Füllung“ nicht ein Tabak-, sondern ein Ingwer- / Sandelholz-Gemisch und das Deckblatt kein Papierchen, sondern ein Blatt vom Sandelholzbaum ist.
 

Unsere letzte Station in Indien war Chennai, die wir eigentlich nur anpeilten, um von da aus mit dem Flieger nach Indonesien weiterzureisen. Es war brutal warm und feucht, weshalb wir ein schönes AC-Zimmer buchten und die meiste Zeit darin verbrachten. Die Stadt war typisch indisch, d.h. sehr laut, dreckig, viele Menschen, extrem gefährlicher Verkehr (und keine Trottoirs) und unwegsam.

GOODBYE INDIA!!!


Ursprünglich wollten wir ja einen grosse Bogen um Goa machen, weil man viel Negatives (Diebstahl, besoffene Kerle, laute Ravepartys, verschmutzte Strände usw.) über diesen Ort hört und liest. Schlussendlich zog es uns doch nach Goa ans Meer, weil uns die anstrengende Reiserei durch Indien recht zusetzte und Goa perfekt ist, um zu relaxen und neue Energie zu tanken. So schlugen wir unser Zelt direkt am Strand von Anjuna auf. Anfangs waren wir sehr enttäuscht über den mit Ölspuren, PET-Flaschen, Kuhkot usw. verschmutzten, mikrigen Strand – er ist halt auch nicht nur ansatzweise mit dem von Neil Island vergleichbar! Dafür gab es hier schöne grosse Wellen, die zum Baden im seichwarmen Meer einluden. Weiter liessen wir uns von ausgezeichnetem Essen (Tandoori Chicken, Thalis, Salaten, Gemüsereis, Masalas und Curries) und Fruchtsäften verführen, genossen Sonnenuntergänge vom Feinsten, lauschten direkt am Meer Live-Rock-Konzerten, schlenderte Abends da und dort hin und tankten von ruhigen Schattenplätzchen aus Sonne, Sonne, Sonne bis zum Abwinken. Einen heiden Spass bereitete uns auch der wöchentliche (riesige) Flohmarkt, wo wir fleissig Geld ausgaben für dies und das, was wir anschliessend gleich nach Hause schickten. Da die Saison vorbei war hatte es relativ wenig Touristen (nur noch einige Russen), dafür war es sehr heiss (35 Grad, gefühlt wie 40 Grad, weil sehr hohe Luftfeuchtigkeit).

Wieder bei Kräften, machten wir uns auf, um andere Strände zu inspizieren. Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir via Mapusa zum Strand von Arambol. Er ist kilometerlang, sehr breit, flach und mega angenehm zum Schwimmen. Wegen der Hitze mussten wir jedoch unseren geplanten, ausgedehnten Strandspaziergang schon bald abbrechen und in den Schatten flüchten.

Ein Ärgernis waren (insbesondere für die Frauen) die bis zum Hals zugeknöpften Inder-Männer, die jeweils plötzlich aus dem Nichts in Scharen direkt am Strand aufkreuzten (Sandra vermutet sogar, dass es für die extra Touristenreisen zu den Ständen gibt). Beim Anblick einer Frau im Bikini, legten diese Männer den Rückwärtsgang ein und es schien, als würden ihre Glotzaugen jeden Moment ihren Platz in der Kopfhöhle verlassen. Obendrauf zückt der Inder dann sein Handy, um die „nackten Tatsachen“ auf Bild festzuhalten.

So, und nun noch etwas zum öffentlichen Busverkehr in Indien. Einen Fahrplan oder so gibt es nicht. Man muss sich immer bei den Locals durchfragen, wann wo welcher Bus fährt. Bezahlt wird im Bus und zwar bei der Person, die einen Stapel 10-Rupee-Noten in der Hand hält. Die Preise variieren stetig – niemals ist die Hinfahrt gleich teuer bzw. billig wie die Rückfahrt. Ist man dann endlich im Bus unterwegs, so kann es vorkommen, dass dieser plötzlich irgendwo anhält. Der Grund: „Lunchtime!“, d.h. der Fahrer und sein „Gehilfe“ gehen jetzt essen, du auch oder du musst warten. Weiter ist es  üblich, dass der Bus mal an einer Tankstelle stoppt und kurz volltankt oder in voller Lautstärke indische Rockmusik über die Boxen zum Besten gibt. Ergattert man keinen Sitzplatz, so heisst die Devise „gut festhalten, -klammern, aber mit beiden Händen und Füssen“, denn auch der Busfahrer benimmt sich, als würde er die ganze Zeit von der Polizei oder sonst wem gejagt und der Strassenzustand ist halt auch nicht der gleiche wie zu Hause ;-).


Nach unserer Rundreise durch Rajasthan zogen wir von Delhi weiter mit dem Nachtzug nach Jalgaon (20 Stunden Reisezeit, ca. 1200 Km). Von da aus besuchten wir in einem Tagesausflug die buddhistischen Höhlen von Ajanta (Eintritt Inder 10 Rs bzw. 25 Rappen, Ausländer 250 Rs bzw. 7 Franken ;-)). Die grossartigen Höhlen gehören zum Weltkulturerbe und stammen aus der Zeit von 200 v.Chr bis 650 n.Chr. Die Höhlen liegen recht versteckt und befinden sich deshalb noch in einem sehr guten Zustand – sogar einige der Malereien haben bis heute überdauert. Die 30 Höhlen wurden in die steile Front einer hufeisenförmigen Felsschlucht geschlagen und sind z. T. mit Bildern reich verziert.

Die Vorstellung, dass vor x-100 Jahren irgendwelche Menschen hier eintrafen und auf die Idee kamen, einfach in eine steile Felsmauer solch riesige Tempel zu hämmern, beeindruckte uns schon sehr. Eine einheimische Frau zeigte und erklärte uns unaufgefordert, wie die Mönche mit Hilfe der Säulen musizierten und wohl auch dazu meditierten und erläuterte uns die Zeichnungen, die oftmals ganze Geschichten bzw. Sagen festhalten. Am Schluss ihrer Ausführungen sagte sie: „Now you are happy, i am happy.... happy – Rupee!“ Tja, so holen eben die Inder einem die Kohle aus dem Sack :-).

Von Jalgaon aus fuhren wir mit einem AC-“Luxus“-Nacht-Bus in 8 Stunden nach Pune. Diese Fahrt war der reinste Horror (Schüttelbecher pur – die krasseste Chilbibahn ist nur halbsoschlimm, schmalste Plastikbetten, keine Toilette) und wir beschlossen von jetzt an nur noch mit dem Zug zu reisen. In Pune angekommen gönnten wir uns zuerst etwas Erholung, bevor wir die Stadt auskundschafteten. Pune ist ein verhältnismässig sauberer und geordneter Ort. Es gibt schöne grüne Parks, wo zwischen den herumschleichenden rot gekleideten Osho-Anhängern (das sind „suchende“ Ausländer, die in einer Kommune meditieren und so) auch verliebte engumschlungene Inder-Päärchen herumturteln. Diese jungen Liebes-Paare zu sehen erstaunte uns, weil ja erstens in Indien die Partnerwahl meistens von den Eltern übernommen wird, mit anderen Worten es nur ganz selten „echte“ Liebespaare gibt und zweitens normalerweise in Indien keine Zärtlichkeiten (Händehalten, Küssen) zwischen Mann und Frau in der Oeffentlichkeit ausgetauscht werden.


Unsere 3-wöchige Rundreise durch Rajasthan führte uns von Delhi nach Pachewar, Bundi, Bijaipur, Khempur, Udaipur, Narlai, Jodhpur, Chandelao, Osian, Bikaner, Mandawa, Jaipur, Agra und Delhi. Hauptsächlich waren wir mit einem kleinen Reisebus unterwegs. Wir besichtigten und hausten in uralten pompösen (z. T. über 300 Jahre alten) Forts, schlenderten durch prunkvolle Paläste und erkundeten barfuss den einen oder anderen Hindu-, Sigh-, Jain- oder „weiss auch nicht mehr was für ein“- Tempel. All diese Bauwerke sind schon sehr imposant und insbesondere der Taj Mahal ist phänomenal (den muss man gesehen haben – gäll Chrigel :-)). So als quasi Ausgleich zu diesen Maharajah-Sachen, suchten wir auch immer wieder die weniger sauberen, lauten, hektischen und armseeligen Viertel auf. Dort genossen wir dann jeweils das Feilschen in den farbenfrohen Basaren. Auch das Plaudern mit den „Locals“ war oftmals eine Bereicherung.

Ja was unternahmen wir sonst noch so in diesen 3 Wochen... genau:

In Osian  unterzogen wir uns den Qualen eines 3-stündigen Kamelritts in die Wüste. Der Effort lohnte sich trotzdem, weil wir anschliessend mit einem Luxus-Zelt, gediegenen Abendessen bzw. -trinken, unglaublichen Sternenhimmel und  zwäger Gesellschaft „entschädigt“ wurden.

Ab und zu liessen wir uns den Nacken, Kopf oder den Rücken für 500 Rupien (= ca. 13 CHF) 30 Minuten lang massieren - herrlich!

Auch auf die eine oder andere Jeep-Safari liessen wir uns ein. Da lernten wir hautnah das indische Handgewerbe (Toepfern, Wasserkruegebasteln) kennen und kamen einigen Gazellenarten, wilden Kamelen und Pferden in natura auf die Spur.

Das Essen im Norden Indiens hat uns bis jetzt nicht vom Hocker gehauen. Alles ist ziemlich scharf und ölig. Sandra trauert der ihr so geliebten Masala Dosa von Neil Island nach. Sie will deshalb schleunigst nach Goa bzw. in den Süden zurueck, wo sie wieder jeden Tag Masala Dosa schlemmen kann.

Und das beeindrucke uns auf unserem Trip durch Rajasthan am Meisten: Zuvorderst steht sicher der Taj Mahal, wobei der ja genau genommen gar nicht zum Staat Rajasthan gehört, sondern zum Staat Uttar Pradesh. Sehr gut gefiel es uns auch in der ländlichen Ortschaft Pachewar. Wir genossen da die absolute Ruhe und unser königliches Schlafgemach mit Blick in einen riesigen Salon. Die „White City“ Udaipur war auch der Hammer. Da von der Hotel-Terrasse aus dem Sonneruntergang zusehen, ein Bierchen oder so schlürfen und staunen, wie das Lake Palace Hotel im Lake Pichola langsam wie ein Juwel rüber kommt, ist schon was!! Das Meherangarh Fort in der „Blue City“ Jodhpur ist halt schon auch eine Reise nach Indien wert. Und die „Pink City“ Jaipur ist DAS Shopping-Paradies für kaufwütige Frauen (Bem. Sandra: „ich würde auch gerne, aber mein Rucksack ist ja mit „nützlichen“ Dingen gefüllt“). Auch das, was einem so alles in den „Strassen“ Indiens begegnet ist einzigartig. Dutzende von winkenden bzw. neugierigen Kindern, die aus dem Nichts auftauchen, Elefanten, Kamele, Kühe, Esel, Affen, Hunde und Pferde, die einem plötzlich „links überholen“, Gerüche in jeder Variation und Abfallberge, die fast nicht zu überwinden sind.

Indien ist und bleibt wohl auch noch lange das Land der krassesten Gegensätze.


18 fantastische Tage auf der „Robinson-Insel“ liegen nun hinter uns. Es war sooo wunderschön und friedlich, dass wir uns gar nicht dazu überwinden konnten auch die anderen für Ausländer zugelassenen Inseln zu bereisen... 

Alle, die dem Massentourismus entfliehen wollen und in abolut stressfreier Atmosphäre das Meer und die Natur geniessen möchten, sollten sich einen Abstecher hierhin leisten!

Ein Korallenriff umgibt die Insel; vom Strand aus kann man die Taucherbrille und den Schnorchel montieren und schon nach 5m trifft man auf Fische in allen Formen und Farben... nach ca. 15 weiteren Metern befindet man sich inmitten eines farbenprächtigen Aquariums aus kristallklarem Wasser, Riesenfischen in schillernden Farben, Rochen, Schwärmen von kleinen Fischen, bunten Korallen und Wasserschildkröten – einfach unglauchblich! Sogar Dugongs (Seekühe) gibt es hier direkt in Ufernähe!! Zu meiner Besorgnis hat Thomy auch eine 1.5m lange, schwarz-weiss-geringelte Wasserschlange gesichtet und seither hatte ich immer ein bisschen Angst ihr unter Wasser zu begegnen – doch zum Glück sah ich sie nie. Jeder Schnorchelgang war aber ein kleines Abenteuer und faszinierte immer wieder von Neuem!

Essen:
Das beste Restaurant auf der Insel ist unbestritten das „Chand“. Hier kann man leckere indische Gerichte zu kleinen Preisen bekommen. Es befindet sich ca. 10 Minuten mit dem Velo (gemietet für 1.30 CHF pro Tag) entfernt im Dorfzentrum. Hier gönnten wir uns entweder Thali (Reis, 5 verschiedene Saucen/Chutneys, Paddam oder Chapati), Masala Dosa (saurer Reismehlfladen gefüllt mit Gemüse-Kartoffel-Mix mit 2 Saucen und Coconut-Chutney) aber auch super Müesli zum Frühstück (Cocosflocken, Cornflakes, Bananen, Papaya, Sternfrucht, Mango und dazu ein sehr süsser Joghurt namens „Curd“) oder Thomys beliebte Pakodas.
Man kriegt aber auch überall leckere Pancakes oder Omlettes oder Currys mit Reis oder Pasta (Thomy mag Momos) und natürlich gegrillten Fisch und Meeresfrüchte. Auch das Naan und die Chapatis sind sehr gut. Ich mochte zum Trinken am liebsten Lemon Juice oder den Tulsi Tea und Thomy trank täglich 2 Tchai (sehr süsser Schwarztee mit Milch). Wasser in PET-Flaschen kriegt man überall (ca. ½ CHF pro Liter) und auch Schoggi von Nestlé (z. B. Kit Kat – kostet dann aber soviel wie eine indische Mahlzeit). Ich gönnte mir trotzdem jeden Tag mind. eines zum Dessert.

Unterkunft:
Wir hausten in Bambushütten auf Stelzen (wie man sie in Asien oft sieht) inmitten von Bananenbäumen und Kokospalmen und duftenden, bunten Blumen. Die Hütten haben ein eigenes WC und Dusche und einen Deckenventi und Licht. Uns hat es sehr gut gefallen, inmitten von Vogelgezwitscher, Grillengezirpe, Froschgequacke und dem Meeresrauschen unter dem Moskitonetz einzuschlafen. Eine Eidechse bewachte ausserdem die Hütte jede Nacht vor Insekten...

Flora und Fauna: Schon am ersten Tag sichteten wir rote Papageien weit oben in den immergrünen Padauk-Bäumen. Überhaupt hat es etliche verschiedene, exotische Vogelarten. Die meisten haben wir noch nie zuvor gesehen oder gehört (einige machen ganz sonderbare Laute). Auch Adler und Eisvögel haben wir gesichtet.  Dann gibt es natürlich etliche verschiedene Fische und Meeresbewohner – aber alle aufzuzählen braucht einfach zu viel Zeit! Sandra fobbte aber am liebsten die kleinen Krebse am Strand, indem sie sie vor sich herjagte oder ihr Fluchtloch verstopfte.

Weniger schön:
Kein Paradies ohne Schlange! Unsere Schlangen waren die Sand Flies (kaum spürbar hinterlassen sie nur einen kleinen roten Stich, der nicht mal juckt – wenigstens nicht am 1. Tag - danach 10 Tage lang Dauerjucken und -brennen!) und die Party-machenden Israelis, die plötzlich nach ca. 14 Tagen in Scharen aufkreuzten und die Idylle der Insel massiv mit lauter Ravemusik, Gejohle und Festgelage störten...


Zwei Tage Delhi liegen nun hinter uns. Was sollen wir sagen... Es ist laut, hektisch, schmutzig und es hat sehr viele Menschen - jeder will einem natuerlich etwas verkaufen. Man braucht eine Weile, um sich an alles zu gewoehnen, dann geht's eigentlich ganz gut. Das Hotel haben wir schon im voraus gebucht; Flug und Transfer zum Hotel verliefen ganz ohne Probleme. Im Hotel angekommen (morgens um 2 Uhr) hat der Chef vom Hotel uns zuerst das schlechteste und anschliessend das beste Zimmer gezeigt und gemeint, wir haetten ein Riesenglueck, das schlechte sei das, welches wir gebucht haetten, aber fuer nur 30$ koennten wir das schoene haben, weil der eigentliche Bucher leider nicht mehr kommen konnte. Wie gut dass wir die Reservierung ausgedruckt hatten und da schwarz auf weiss "Kingsize"-Bett drauf stand! Sonst haetten wir vermutlich in dem Loch uebernachten muessen, wenn wir den Aufpreis nicht bezahlt haetten! Jetzt haben wir ein wirklich schoenes Zimmer auf dem Dach - eine wahre Oase der Ruhe in dieser hektischen Stadt!

Das Leben hier in Delhi ist sehr guenstig... Zwar versucht jeder einen guten Profit zu erzielen, aber wenn man ein bisschen Geduld hat, kann man einen guten Preis fuer sich erzielen. So kostet z. B. 1 Liter Mineralwasser aus der PET-Flasche 10 Rupees = 25 Rappen, ein Mittagessen zwischen 1 und 2 Franken und ein Paschminaschal kriegt man schon fuer nicht mal 3 Franken - es ist alles eine Verhandlungssache, wenn man noch mehr Geduld haette wuerde es wahrscheinlich die Haelfte kosten.

Heute Nacht um 3 Uhr checken wir aus und machen uns wieder auf Richtung Flughafen, denn um 6:20 Uhr morgen startet unser Flug nach Port Blair (Andamanen) via Kolkata.

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